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So erfolgt die Bestimmung der Bauteilfeuchte durch widerstandsbasierende Messung:

Erläuterung des Messverfahrens.

Messgeräte:

CH 17 der Firma Gann mit verschiedenen Elektroden. Messgerät nach DIN EN 13183-2

Es handelt sich dabei um ein komplexes Multifunktionsmessgerät, das auch Rasterfeldmessungen erlaubt. Es ermöglicht die Untersuchung einer Vielzahl von Hölzern, Holzwerkstoffen und Baustoffen. Zusätzlich wird bei jeder Messung dank eines Zusatzsensors das Umgebungsklima oder die Holztemperatur erfasst.

Hydromette BL-E der Firma Gann mit verschiedenen Elektroden. Messgerät nach DIN EN 13183-2

Der Vorteil dieses Gerätes liegt in der Handlichkeit und relativ einfachen Bedienbarkeit. Bei der Überwachung von Trocknungserfolgen verleihen wir es ggf. auch an die Auftraggeber um Zwischenmessungen selbst durchzuführen.

Ergänzt werden die Messgeräte durch unterschiedliche Elektroden:

Rammelektrode, Flachelektroden, Einschlagelektroden, Einstechelektroden, Bürstenelektroden oder Klemmen, um fest eingebaute Elektroden anzuschließen.

Anwendungszweck:

Dieses Messverfahren wird besonders bei der Feuchtemessung von Hölzern, Holzwerkstoffen, Flachdächern und Bodenaufbauten angewendet. Auch bei diesem Messverfahren können Rasterfeldmessungen durchgeführt werden, um die Feuchteverteilung bei flächigen Bauteilen zu bestimmen.

Messverfahren:

Baustoffe haben grundsätzlich in feuchtem Zustand einen geringeren elektrischen Widerstand als im trockenen Zustand.

Diesen Umstand macht man sich bei der Feuchtebestimmung zu nutze. In den Messgeräten sind Datensätze zur Leitfähigkeit einzelner Baustoffe in Abhängigkeit von dem Feuchtegehalt hinterlegt.

In einfachen Messgeräte sind Datensätze für 10-20 Baustoffe hinterlegt, anspruchsvollere Geräte sind mit Datensätzen von über 200 Baustoffen und Hölzern bestückt. Dadurch kann die Bauteilfeuchtigkeit für unterschiedlichste Materialien in Feucht-% bestimmt werden. Für die Messung der Holzfeuchte nutzen wir Messgeräte nach DIN EN 13183-2.

Wie wendet man dieses Verfahren an?

Vor der Messung wird die Funktion von Messgerät und Kabel mit einem Prüfadapter überprüft um dessen Funktion und die Genauigkeit der Messwerte zu prüfen.

Zur Messung werden in den jeweiligen Prüfkörpern Elektroden in 3 bis 10 cm Abstand platziert und die Leitfähigkeit zwischen diesen wird ermittelt.

Wir verwenden nach Baustoff und Messstelle werden unterschiedliche Elektroden:

  • Elektroden unterschiedlicher Länge zum Einschlagen in Holz und Putz.
  • Elektroden zum Einstechen in Dämmstoffe
  • Flachelektroden zum Einstechen in die Estrichrandfuge die Feuchte in der Dämmung des Bodenaufbaus zu messen.
  • Flachelektroden zum Durchstoßen der Dachabdichtung, um die Feuchtigkeit in Dämmstoffpaketen des Dachaufbaus zu bestimmen.
  • Zur Feuchtebestimmung in Mauerwerkswänden verwenden wir Bürstenelektroden, die in Bohrungen von 3mm in unterschiedliche Tiefen eingeführt werden.

Im Holzbau und bei Flachdächern werden teilweise Sensoren fest eingebaut. Nach Wasserschäden überwachen wir durch den Einbau teilisolierter Edelstahlschrauben den Trocknungsverlauf auch in der Tiefe des Holzquerschnitts.

Insbesondere die Untersuchung von Holzwerkstoffen erfordert spezielle Messgeräte und eine größere Erfahrung. Bei der Messung in Brettschichtholz wird z.B. darauf geachtet, dass keine Messung in der Klebstofffuge erfolgt, da dies zu falschen Ergebnissen führt.
>Die Temperatur der Hölzer wirkt sich ebenfalls auf die Messergebnisse aus und muss kompensiert werden. Für die Temperaturkompensation der Messung wird zu Beginn und zwischendurch due Holztemperatur gemessen und manuell eingegeben. Die Temperaturkompensation erfolgt bei höherwertigen Messinstrumenten innerhalb des Gerätes. Bei einfacheren Geräten muss dies später über Tabellen erfolgen.

Wo liegen die Grenzen des Verfahrens und welche Handhabungsfehler verfälschen das Messergebnis?

Die Einbringung der Elektroden ist immer mit Beschädigungen des zu untersuchenden Bauteils verbunden.

Es ist darauf zu achten, dass die Elektroden keinen direkten Kontakt bekommen. Insbesondere Alueinlagen in Dampfsperren oder Alukaschierungen von Dämpfstoffen führen zu unbrauchbaren Messungen.

Umgekehrt führt mangelhafter Kontakt der Elektroden mit dem Prüfkörper zu zu niedrigen Messwerten.

Auch darf man sich durch die Vielfalt der einstellbaren Materialien nicht dazu verleiten lassen, zu glauben, dass die Messergebnisse bis in die Nachkommastelle stimmen. Bei baupraktisch relevanten Messungen ist oft das genaue Holz nicht bekannt. Dort erhält man nur die Angabe Fi/Ta für Fichte Tanne. Es ist also nicht bekannt, ob es sich um Fichte oder Tanne handelt. Da nützt es nichts, dass man auf dem Messgerät zwischen unterschiedlichen Varianten von Fichte oder Tanne auswählen kann.

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