So funktioniert die kapazitiven Feuchtemessung, bzw. die Bestimmung der Bauteilfeuchte nach dem Dielektrizitäskonstante- / Hochfrequenz- Messprinzipt mittels Mikrowellenmeßgerät
Erläuterung des Verfahrens
Messgerät:
Dieses Gerät erlaubt die Feuchtigkeitsmessung in Bauteiltiefen von bis zu 80 cm nach dem Dielektrizitätskonstante- / Hochfrequenz-Messprinzip. Eine technische Beschreibung dieses Messprinzips finden Sie u.a. hier).
Anwendungszweck:
Quantitative und qualitative Feuchtemessung in unterschiedlichen Bauteiltiefen. Es ist bei Erstellung von Rasterfeldmessungen in unterschiedlichen Messtiefen möglich belastbare Aussagen zur Verteilung der Feuchtigkeit im Bauteil zu treffen. Daraus lässt sich ableiten, ob die Feuchtigkeit oberflächennah (in der Regel Tauwasserbedingt) oder von außen (Undichtigkeiten in der Außenabdichtung) anfällt. Eine Verteilung, bei der die Feuchtigkeit im unteren Wandbereich festzustellen ist, ist ein Indiz für aufsteigende Feuchtigkeit, bzw. eine nicht funktionierende Horizontalsperre.
Messverfahren:
Dies ist ein sehr effektives Messverfahren, bei dem die dielektrische Eigenschaft der Wassermoleküle genutzt wird. Wassermoleküle sind, da die Ladungsschwerpunkte von Wasserstoff und Sauerstoff innerhalb des Moleküls nicht zusammenfallen, gut polarisierbar. Dadurch rotieren Wassermoleküle sehr schnell, wenn von außen ein elektromagnetisches Wechselfeld angelegt wird. Dieser Effekt ist bei Wasser wesentlich stärker, als bei Feststoffen. Deshalb lässt sich Wasser bereits in kleinsten Mengen detektieren. Bei der Mikrowellenmesstechnik wird ein Wechselfeld im Frequenzbereich der Mikrowellen angelegt. Das ermöglicht sehr große Messtiefen und ist gegenüber Versalzung relativ unempfindlich. Die Messköpfe sind ab Werk auf unterschiedliche Baustoffe kalibriert. Dadurch ist es möglich direkt bei der Messung belastbare Aussagen zum Wassergehalt des Baustoffes in % zu tätigen.
Wie wendet man dieses Verfahren an?:
In der Regel werden Rasterfeldmessungen durchgeführt.
Dabei wird pro Messstelle zunächst ein Messraster auf der Oberfläche des zu untersuchenden Bauteils aufgetragen. Dieses Raster liegt üblicher Weise zwischen 20/20 cm und 50/50 cm. Danach wird an jedem der Messpunkte eine Messung durchgeführt. Meistens erfolgt dies, wenn die Bauteilstärke es zulässt, in zwei Tiefen. Wir verwenden Messköpfe mit einer Messtiefe von 9-11 cm und 24-30 cm.
Mittels einer speziellen Software erfolgt hinterher eine Auswertung der Messergebnisse, die eine grafische Darstellung der Feuchteverteilung im Bauteil ermöglicht. Die werksseitige Software wurde von uns durch eine Eigenentwicklung ergänzt, um bessere grafische Ergebnisse zu erzielen.
Ergänzt werden die Messungen oft durch thermographische Aufnahmen desselben Bereichs.
Danach wird das Gerät an die zu messende Stelle rechtwinkelig angedrückt und der dort Messwert abgelesen.
Wo liegen die Grenzen des Verfahrens und welche Fehler bei der Handhabung verfälschen das Messergebnis?
Das Verfahren reagiert empfindlich auf leitfähige Schichten (leitfähige Anstriche, Metallfolien) und Hohlräume. Die Empfindlichkeit auf Versalzungen ist gering.
Vorsicht ist bei modernen Hohlkammersteinen geboten. Dies gilt besonders, wenn diese mit Mineralwolle gefüllt sind.
Bei Mauerwerk aus Naturstein muss geklärt werden, wie der Kern der Mauer ausgeführt wurde. Oft wurden bei sehr dicken Wänden zwei Schalen errichtet, deren Zwischenraum nur mit Geröll aufgefüllt wurde. Dann muss sich die Messung auf die Außenschalen beschränken.
Bei der Handhabung ist darauf zu achten, dass das Gerät senkrecht zur Oberfläche gehalten wird und möglichst plan anliegt. Der Messkopf muss zu Bauteilecken immer einen Mindestabstand von min. 10 cm halten, da es sonst zu Fehlmessungen wegen Reflexionen des Messfeldes kommen kann.
Auch dieses Messverfahren erfordert viel Erfahrung in der Anwendung. Da wir es seit vielen Jahren anwenden können wir es sehr gut einsetzen und die Messergebnisse interpretieren.


