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Bestimmung der Bauteilfeuchtigkeit mit Mikrowellenmessgeräten,

Erläuterung des Verfahrens der Feuchtemessung nach dem Dielektrizitätskonstante- / Hochfrequenz-Messprinzip mit Mikrowellen

Messgerät:

Most 250 B der Firma HF Sensor GmbH

Im Grundsatz arbeitet auch dieses Messgerät unter Ausnutzung der dielektrischen Eigenschaften des Wassers. Es wird jedoch mit  Frequenzen im Bereich von 3,45 GHz gearbeitet.
Dadurch wird dieses Verfahren deutlich weniger durch Versalzungen der zu untersuchenden Materialien beeinflusst und erlaubt, in Abhängigkeit vom Messkopf, Untersuchungstiefen von bis zu 80 cm.

Anwendungszweck:

Zerstörungsfreie Feuchtemessung auch in größeren Bauteiltiefen

Messverfahren:

Die Mikrowellenmesstechnik ermöglicht die Feuchtemessung in größeren Bauteiltiefen. Es gibt für das von uns verwendete Messgerät verschiedene Messköpfe, die unterschiedliche Messtiefen ermöglichen. Durch die Kombination der Messungen mit unterschiedlichen Messtiefen kann bestimmt werden, ob die Feuchtigkeit von innen oder von außen kommt. Es kann so, unterstützt durch eine Spezialsoftware, die dreidimensionale Verteilungen von Feuchte innerhalb eines Bauteils bestimmt werden. Dadurch ist bestimmbar, ob das Wasser von außen in das Bauteil eindringt, ob die Feuchtigkeit die Folge von Tauwasserbildung ist, oder ob aufsteigende Feuchtigkeit das Bauteil belastet.

Die Messköpfe werden durch den Hersteller auf unterschiedliche Materialien kalibriert und werden durch diesen regelmäßig neu kalibriert.

Es stehen uns Messköpfen mit einer Messtiefe von 10 und 30 cm zur Verfügung, um in diesen Bauteiltiefen die Feuchtigkeit zu bestimmen.

Wie wendet man dieses Verfahren an?

Am Messgerät wird vor der Messung für jeden Messkopf der jeweilige Baustoff eingestellt. Wenn dieser nicht bekannt ist oder das Bauteil aus unterschiedlichen Baustoffschichten besteht, kann auch hier mit dimensionslosen Messwerten gearbeitet werden, um die Feuchteverteilung rein qualitativ und nicht quantitativ zu bestimmen.

Für erste orientierende Messungen ist es möglich Einzelmessungen durchzuführen.

In der Regel werden jedoch Rasterfeldmessungen erstellt. Dabei wird ein Raster von 25/25 bis 100/100 cm auf der Bauteiloberfläche angezeichnet. Die Rastergröße ist abhängig von der gewünschten Messauflösung und der Größe der zu untersuchenden Fläche. Üblicherweise arbeiten wir mit einem Raster von 30/30 cm. Auf diesen so gekennzeichneten Messstellen wird entweder in einer oder in mehreren Tiefen gemessen. Die Messwerte werden im Gerät gespeichert und in einen Rechner ausgelesen. Mit einer Spezialsoftware erfolgt eine grafische Darstellung für die jeweilige Messtiefe. Die Grafiken erlauben die Bewertung der Feuchtebelastungen in unterschiedlichen Bauteiltiefen.

Grenzen und Handhabungsfehler bei dem Messverfahren:

Auch bei diesem Messverfahren wird das Messergebnis durch elektrisch leitende Baustoffe, wie Metallfolien, Metallteile und auch durch leitfähige Anstriche, beeinflusst. Versalzungen der Baustoffe wirken sich hier dafür nicht nennenswert aus. Das Verfahren reagiert empfindlich auf Hohlräume im Bauteilaufbau. Auch Schichtübergänge bei mehrschichtigen Bauteilen beeinflussen die Messungen. Deshalb ist es bei mehrschichtigen Bauteilen sinnvoller auf die quantitative Auswertung zu verzichten und ausschließlich qualitative Messungen durchzuführen. Es ist ebenfalls zu vermeiden, den Messkopf auf Fugen vom Mauerwerk aufzusetzen. Die einzelnen Messköpfe unterscheiden sich in ihrem Verhalten im Detail etwas von einander. Auch hier muss von den Bauteilecken ca. 10 cm Abstand gehalten werden, um Messfehler durch Reflektionen zu vermeiden.

Die Anwendung dieses Messverfahrens und die Auswertung der Messergebnisse erfordert einen erfahrenen Anwender.

Rasterfeldmessung Mikrowelle
Auswertung der Messwerte
Messung in 30 cm Tiefe
Rasterfeldmessung in 10 cm Tiefe einer Bruchsteinwand
Auswertung einer Rasterfeldmessung in zwei Messtiefen
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