Überspringen zu Hauptinhalt

Hygrometrische Messung der Bauteilfeuchte, Erläuterung des Verfahrens

Messgerät:

Smartprobe 605i der Firma Testo in Verbindung mit der zugehörigen App auf einem IPad Pro der Fa. Apple

Die Messgeräte ermitteln Temperatur und Feuchtigkeit der sie umgebenden Luft und übertragen die Werte per Bluetooth auf das IPad. Dort werden die Werte in einer App ausgewertet. Die App ermöglicht es mehrere Messköpfe zeitgleich auszuwerten. Wir setzen bis zu 6 Messköpfe zeitgleich ein.

Anwendungszweck:

Das Verfahren wird insbesondere nach Feuchteschäden bei Spannbetondecken und bei Estrichen angewendet.

Messmethode:

Die Feuchtigkeit eines Bauteils und die Feuchtigkeit der angrenzenden Luft beeinflussen sich gegenseitig. Bei diesem Verfahren wird die relative Luftfeuchtigkeit in einem Hohlraum im Baustoff gemessen. Der Vorteil dieses Verfahrens liegt in der Genauigkeit und der Unabhängigkeit von den jeweiligen Baustoffen.

Wie wendet man dieses Verfahren an?

Zunächst wird für jeden Messkopf ein Loch in das zu untersuchende Bauteil gebohrt. Im Normalfall wird eine Bohrung von 22-24 mm Durchmesser und 10 cm Tiefe angelegt. Dieses Loch bildet eine Messkammer innerhalb des Bauteils. Das Bohrloch wird unmittelbar nach der Bohrung dampfdicht verschlossen, um einen Luftaustausch mit der Umgebungsluft zu unterbrechen. Es stellt sich, sobald das Bohrloch abgekühlt ist, in diesem eine relative Luftfeuchtigkeit ein, die der Feuchtigkeit des ihn umgebenen Bauteils entspricht. Man spricht hier vom Feuchtegleichgewicht zwischen Bauteil und der Luftfeuchtigkeit im Bohrloch. Sobald sich der Feuchteausgleich eingestellt hat, werden die Messköpfe in die Bohrlöcher eingesetzt. Idealerweise werden die Bohrungen nach dem Messkonzept des Sachverständigen am Vortag der Messungen durch Handwerker angelegt. Nach dem Einsetzen der Messköpfe muss ca. 10 -15 Minuten gewartet werden, bis ein erneuter Feuchteausgleich zwischen Bauteil und der Luft erfolgt ist und sich der Messkopf auf das Klima eingestellt hat. Die Verwendung mehrerer Messköpfe beschleunigt das Verfahren. Um dies zu ermöglichen werden unsere Messköpfe regelmäßig kalibriert. So können die Messunterschiede, die zwischen unterschiedlichen Messköpfen bestehen, ausgeglichen werden.

Grenzen und Handhabungsfehler bei dem Messverfahren:

Bei diesem Verfahren ist es wichtig, dass abgewartet wird, bis sich nach dem Bohren das Bauteil ausreichend abgekühlt und sich die Ausgleichsfeuchte zwischen Bauteil und Bohrung eingestellt hat. Die Messköpfe benötigen ca. 10 Minuten, um sich nach geänderten Umgebungsbedingungen einzuschwingen. Es ist sicherzustellen, dass unmittelbar vor und während der Messung in die Bohrung keine Umgebungsluft gelangt.

Das Verfahren bedingt Beschädigungen an den zu messenden Bauteilen. Insbesondere ist bei Spannbetondecken darauf zu achten, dass die Spannlitzen nicht angebohrt werden. Bei großflächigen Untersuchungen mit engmaschigem Messraster ist das Verfahren sehr zeitintensiv.

Feuchtemessung in Spannbetondecke
Feuchtemessung in Estrich
Feuchtemessung in Spannbetondecke
An den Anfang scrollen